18:58 Uhr, Volkssternwarte Herne
Veröffentlicht von am 11.08.2017 21:06 2 Kommentare

Auf dem Hof der Volkssternwarte Herne verbleichen rund die 12, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 11.  In der Mitte des Kreises befindet sich eine Skala, ein Mann orientiert sich an ihr. Mit der Sonne im Rücken richtet er sich und seinen Schatten aus. „Es müsste jetzt kurz vor 7 sein“, sagt er nach einem kurzen Blick über die Schulter. Es ist 18:58 Uhr. Die Türen und die Luke der Beobachtungskuppel der Sternwarte stehen offen. Aus der Kuppel ragen das Ende einer Leiter und ein Kopf hervor, ein anderer geht mit einem Rechen voll mit Grünabfällen über den Hof. Ein weiterer beugt sich im Hof über ein Teleskop, sagt plötzlich: „Ah, da! Ein Sonnenfleck. Und was für einer!“ Dann wird der Himmel milchig und ein neues Beobachtungsobjekt gesucht. Der Mann mit der Uhrzeit wird auf der Spitze des Schornsteins eines stillgelegten Kohlekraftwerks unweit der Sternwarte fündig. Ein Wanderfalke sitzt auf einem Metallgerüst. Er ist mit dem Teleskop zu sehen, mit dem zuvor der Sonnenfleck entdeckt wurde. Der Falke steht auf dem Kopf, der Falke schreit. „Wir hatten auch schon einen, der ist von Astronomie auf Ornithologie gekommen. Hatte halt mehr Vögel beobachten können als Sterne und Himmelskörper“, sagt der Sonnenuhr-Mann. Um heute noch Himmelskörper sehen zu können, müsste man sich ins Planetarium setzen. Das geht dann auch. Und am Ende, am Ende hat man Sterne in den Augen. 19:45 Uhr



>Willkommen auf dem Mond: Wanne-Eickel<

Begrüßung am Bahnhof Wanne-Eickel. Wenn man nicht über Lokalgeschichtswissen verfügt, kommt man sich ein bisschen veräppelt vor. ©mhu

Begrüßung am Bahnhof Wanne-Eickel. Wenn man nicht über Lokalgeschichtswissen verfügt, kommt man sich mitunter ein bisschen veräppelt vor. ©mhu

Es gibt diesen Schlager. „Der Mond von Wanne-Eickel“ aus dem Jahr 1962 von Friedel Hensch. Die seit 1975 etwas widerwillig zu Herne gehörende, ehemalige Großstadt identifiziert sich so sehr mit diesem Tango, dass sie nicht nur Besitzerin eines 2131 Hektar großen Grundstückes auf dem Mond ist, sondern auch jede*n Besucher*in am Bahnhof und in der Innenstadt mit dem Schild „Willkommen auf dem Mond“ begrüßt. Ein Volkstheater mit dem Namen „Mondpalast“ komplementiert die Mond-Kampagne.

Volkssternwarte im Dorneburger Park

Dass in Wanne-Süd seit 1991 die Volkssternwarte Herne angesiedelt ist, passt da gut ins Bild. Die vom Verein „Astronomische Arbeitsgemeinschaft Wanne-Eickel/Herne“ ehrenamtlich betriebene Sternwarte lädt unter anderem jeden Montag ab 18:30 Uhr Interessierte zu Beobachtungsabenden ein. Beobachtet wird alles, was Himmel und Wetterlage hergeben – in den Wintermonaten ist dafür die passende Saison. Bei meinem Besuch konnte ich Sonnenflecken, die Aura der Sonne, Baumkronenblätter und den Wanderfalken betrachten. Nur der Mond, der sich an dem Tag eigentlich zur Partiellen Mondfinsternis zeigen sollte, war nicht zu sehen.

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Begrüßung am Bahnhof Wanne-Eickel. ©mhu