Bergisch Babel I
Veröffentlicht von am 03.03.2020 20:54 Schreibe einen Kommentar

Mettmanner Murmeleien (Warmlauschen)

„Der ist nicht da.“
„Hast du geklingelt?“
„Hab ich gerade.“
„Komm, klingel nochmal.“
„Der ist nicht da!“
„Alter, klingel.“
„Klingel du doch! Ich weiß, dass der nicht da ist.“
„Jetzt drück die Klingel, Alter. Mach!“
„Ich klingel ja schon!“
„Na also. Wenn du nicht klingelst, dann kann der auch nicht da sein.“

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„Der Thomas hat ja ´ne eigene Band, ne? Aber der spielt jetzt nur noch sporadisch.“
„Was heißt das?“
„Na, einmal im Jahr.“

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„Toastbrot, Leberwurst, Schoki. Und hast du die Bohnen?“
„Dosenbohnen.“
„Dosenbohnen?“
„Wegen Corona.“
„Zeig mal.“
„Hier. Sogar Bio.“
„Bio, bio. Gibt’s nichts normales?“
„Das ist normales!“
„Du wieder.“

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„Und seit wann wohnt ihr da jetzt? Oktober?!“
„Wir dürfen auch nichts draußen abstellen, nichts. Nicht mal das Fahrrad. Schau ich nach draußen: Da stehen die anderen Fahrräder doch auch!“
„Da hätt’ ich keine Ruhe. Nee, da hätt’ ich keine Ruhe.“

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„Ging ja vor allem darum, dass ich mich mal mit jemandem zusammensetze und ein bisschen quatsche.“
„Ja.“
„War schön gewesen.“
„Ja.“
„Frische Luft! Tut immer gut.“
„Ja. Ja.“
„Und ein paar Bierchen.“
„Das! Ja.“
„Naja, aber dann. Die Arbeit.“
„Oh ja.“
„Steckste nicht drin.“
„Ja. Nein.“
„Und bei dir? Alles gut?“
„Ja!“

//

„Michelle! MICHELLE! Der fährt nach OBEN!“
„Der fährt NICHT nach oben!“
„Doch, ey! Kom mal rüber jetzt!“
„Komm du rüber! Der fährt nicht nach oben, der fährt hier!“
„Nein, ey, jetzt guck doch mal! Guck da, ey, da fährt der, echt!“
„Ja, echt?“
„Da steht das doch!“
„Boah, ich bin so ein dummes Kind, ey!“
„Ja, komm jetzt! Du – oh. Entschuldigung. Entschuldigen Sie. Sagen Sie, ist der Bus Nummer 16 schon abgefahren?“

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„Du, das ist die Monika, die trinkt so viel! Ich nicht.“
„Gar keinen Alkohol?“
„Doch! Doch, doch.“
„Ach so. Meine Schwester, die trinkt gar keinen Alkohol!“
„Der Prosecco?“
„Für mich!“
„Für mich!“
„Für mich!“
„Und noch vier Alt.“
„Drei! Ich kann das ja nicht verkraften. Krieg ich Kopfschmerzen. Und auch mit dem Magen, von der Säure her. Also, gemischt geht. Mit O-Saft!“
„Na dann? Auf die Gesundheit. Einschließlich Anhang, ne?“
„Prost.“
„Prost.“
„Prost.“
„Das ist interessant. Ich hab früher immer nur stilles Wasser getrunken hier.“
„Ja, deshalb hab ich für die Stimmung gesorgt.“

//

„Hömma, haste ma?“
„Ich hab doch selber nix.“
„Ist doch Quatsch. Ihr seid doch alle Millionäre!“
„Nee, ich hab nix. Sag mal, guck mich mal an?“
„Mil-lio-nä-re!“
„Dir hat doch einer auf die Nase gehauen?“
„Na sicher. Haste jetzt ma?“

//

„Jetzt doch nochmal: Christel oder Christa?“
„Christel.“
„Ach, ich dachte Christa!“
„So hab ich mich früher genannt.“
„Ach so, ja. Ist aber schon ein paar Tage her?“
„Ja, viele Tage.“

//

„Wissen Sie, von wem das ist?“
„Was?“
„Das.“
„Was?“
„Das Graffito.“
„Das?“
„Ja.“
„Na, das ist doch immer von irgendwem.“

//

„Ist genau wie bei mir! Der Meier macht Bauleitung. Der hat aber nie was an den Niklas weitergegeben. Und der Niklas natürlich …“
„Ich glaub, da ist die Mutter gestorben.“
„Vom Niklas?!“
„Ja.“
„Ach komm.“
„Dem sein Vater lebt auch nicht mehr.“
„Wirklich?“
„Geht schnell. Wie ist das bei dir?“
„Mutter wird 93. Ist aber schon fünf Mal tot gewesen.“
„Nein.“
„Doch. Die haben ihr jetzt was verschrieben. Zur Entwässerung. Sonst hätte sie wahrscheinlich schon die Augen zugemacht.“
„Na sicher. Na sicher.“
„Du. Ist der Zement jetzt durch?.“
„Der ist durch.“
„Dann nagel da mal noch schnell ´nen Nagel rein. Und dann machen wir Mittag.“
„Mittag?“
„Ja. Der Niklas jedenfalls, der kriegt vom Meier nie was, der Meier macht ja bei uns die Bauleitung, und deshalb hat der Niklas jetzt … Hörste?“

//

„Die haben mich nicht gefragt, ob ich einen Tausender könnte. Wollte.“
„…“
„Sind einfach vorbeigefahren!“
„…“
„Als würd sie das nichts angehen. Nicht interessieren!“
„…“
„Tja dann.“

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