Salut Andreas

Für Andreas
(Deutschland)

Salut Andreas,

ich habe über den ersten Satz nachgedacht, den Du geschrieben hast (obwohl er vermutlich gar nicht an mich gerichtet war)

[ auch wenn der CO2 Ausstoß bei einer Tonne Stahlproduktion
gewiss höher liegt als der bei einer Tonne Papierproduktion ]

Ich habe gezögert: Soll ich Dir eine Postkarte mit dem Bild einer Metallstruktur, mit Windrädern oder mit diesem geheimnisvollen Gebäude schicken (das für Menschen aus Steinfurt/Borghorst und für die Besucher·innen des Steinfurter Bagno natürlich nichts Geheimnisvolles hat)? Ich erzähle Dir nichts von Tonnen CO2, aber von diesem ersten Traum in einem neuen Bett, der ja angeblich in Erfüllung gehen soll: Ich werde bei einem Filmdreh Robert Habeck und Greta Thunberg treffen, und weil Habeck mir auf die Nerven geht, erhebe ich mich die die Lüfte und fliege davon. Ich lande auf einem Karstadt, wo ich bleibe, bis der Dreh zu Ende ist.

Und Deine Träume?

Liebe Grüße,
Neïtah

Übersetzung aus dem Französischen: Odile Kennel​

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Salut Andreas

Pour Andreas
(Allemagne)

Salut Andreas,

j’ai réfléchi à la première phrase que tu as écrite (mais qui ne m’était sans doute pas destinée).

[Auch wenn der CO2 Ausstoss bei einer Tonne Stahlproduktion
gewiß höher liegt als der bei einer Tonne Papierproduktion]

J’ai hésité entre t’envoyer une carte postale avec une image de structure de métal, des éoliennes ou ce bâtiment mystérieux (sauf pour les personnes qui habitent Steinfurt/Borghorst et les visiteurices du Steinfurter Bagno). Je ne vais pas te parler de tonne de CO2, sinon qu’il y a cette légende qui dit que le rêve de la première nuit dans un nouveau lit va se réaliser : je vais rencontrer Robert Habeck et Greta Thunberg sur un plateau de tournage, et comme Habeck va me tomber sur les nerfs, je vais m’envoler dans les airs et me poser sur un Karstadt en attendant que le tournage soit fini.

Et toi, tes rêves ?

Liebe  Grüße,
Neïtah

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Liebe Bettina

Für Bettina
(Deutschland)

Liebe Bettina,

es gibt Dezemberblumen
und Sommerrosen
Blumen, die im Schnee erblühen
oder in unserer Hand.

Blumen, die den Atem nicht anhalten
vor einem grauen Himmel.

Liebe Grüße,
Neïtah

Übersetzung aus dem Französischen: Odile Kennel​

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Chère Bettina

Pour Bettina
(Allemagne)

Chère Bettina,

il y a les fleurs de décembre
et les roses d’été,
celles qui fleurissent sous la neige
et celles qui éclosent entre nos mains.

Celles qui ne retiennent pas leur souffle
devant un ciel gris.

Liebe Grüße,
Neïtah

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das Windrad

 

Weiße Montur vor blauem Horizont
oder vor Abendrot,
von Wolken verschluckt,
vom grauen Himmel und vom Regen,
es wacht über Fluren und Felder
und dreht sich wie der Wind weht.

Baum im Zeitalter der Technik,
es setzt seinen Rahmen aus Metall
der Sanftheit der Wälder entgegen
und schlüpft im Takt und taktlos
durch wilde Äste,
taucht auf am Waldrand
und in der dämmernden Landschaft.

Wacht nachts
mit seinem roter Schein auf dunkler Fläche,
beharrlich in einen stillen Kakophonie,
sein Blinken schlägt den Takt,
es erfüllt unsere Finsternis
mit Zuversicht
in ein Morgen.

Bleiche Frühe,
es erschafft eine futuristische Welt,
wo alle, jede für sich, lieber
reine Weite hätten,
das Windrad
besteht auf sein Drehen
in dieser Landschaft,
die ihm nicht ähnelt,
die ihm vielleicht nie
ganz
gehören wird.

Erzittert beim geringsten Wispern,
Instinkt gerichtet auf den kleinsten Luftzug,
erzählt flüsternd von der Evolution seiner Rotoren,
durchbricht mit Zirkeln aus Wind,
Föhn, Mistral und Brise.

Standfest und schweigend
erwartet es den Sturm,
Windstoß, Böen, Orkan
und schwingt
noch
schneller.

Windrad, Meeresbrandung an Land.

 

Übersetzung aus dem Französischen: Odile Kennel​

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l’éolienne

 

Monture blanche dans l’horizon bleu,
le rouge couchant,
ou disparaissant dans les nuages,
le gris du ciel et de la pluie,
elle surplombe les campagnes
et tournoie au rythme des vents. 

Elle, arbre des temps modernes,
impose son cadre métallique 
contre la tendresse des bois,
et se faufile, indiscrète
entre les branches sauvages,
lisières forestières,
le crépuscule de nos terres.

De nuit, elle veille,
lueur rouge dans champ de noirceur
s’entête dans une cacophonie silencieuse,
tempo frappé de ses feux,
et empli nos ténèbres
de son assurance
aux lendemains avenirs.

Matins blancs,
elle nous crée un monde futuriste
là où tous, chacune, auraient encore préféré
l’épuré des plaines,
elle,
elle persiste dans ses révolutions
dans ce paysage
qui ne lui ressemble pas,
qui ne lui appartiendra jamais,
peut-être
complètement.

Trépidantes à tous frémissements,
instincts braqués sur les moindres souffles,
elle chuchote l’évolution de ses pales,
transperce de cercles de vents
zéphyr, mistral et bises.

Stable et silencieuse,
elle attend les tempêtes
rafales, bourrasques et blizzard,
pour osciller
encore
plus fort.

Elle, le ressac campagnard de la mer. 

 

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