DODO ist DADA
Veröffentlicht von am 09.03.2020 12:14 Schreibe einen Kommentar

dort, wo ich herkomme, heißt „da“ „do“. dass ich ausgerechnet in DO meine homebase aufschlagen würde, war eine überraschung. dortmund? da da war ich doch schonmal…

rückblick dortmund 1998: im innenhof vom atelier kai richter stehe ich am stand meiner aktion D.E.P. und versuche die sturen westfalen dazu zu bewegen ihre die eigene partei zu gründen. es ist zwar eiskalt doch wodka red bull verleiht uns (thomas horneber, axel honer und mir) warme flügel… irgendwo unterirdisch spielt die gruppe MULTER, aber man kann sie nicht sehen… wo war elvis pummel eigentlich an dem abend? ihn und die dortmunder indoorsurfers (mario schulte, harald wissler und kay berthold) hatte ich 2000 bei EXTRAPOOL in nijmegen kennnengelernt. ein paar jahre später seelensanierung & altlastenentsorgung  in einem ehemaligen autohaus, wo mich kay als dr. brandstifter im artzkittel ablichtet.

irgendwo in der innenstadt noch als BRANDSTIFTER LIVE VOM BÜGELBRETT BRANDSTIFTER LIVE VOM BÜGELBRETT wild & laut eine disco fast leergespielt. danach den vagen plan auf dem weg nach hannover oder berlin mal beim elektrischen kaminabend im sissykingkong aufzuschlagen und bis heute losen kontakt mit den exildortmündern harald & mario (STEINE) und dessen bruder doc schoko in mainz und berlin.

schließlich november 2019 der telefonanruf vom kulturbüro niederrhein: die jury hätte getagt und mein projekt für toll befunden und für ein stipendium ausgewählt. alle regionen wären interessiert gewesen. wärmster empfang auf allen kanälen! als regionschreiber soll ich nun in vier monaten das ruhrgebiet auflesen und eine ASPHALTBIBLIOTHEQUE aus gefundenen texten errichten – ich, der interdisziplinäre aktionskünstler, der kunstwolf im literaturpelz aus rheinland-palz. das ruhrgebiet hatte ich mir wegen stadtbesetzung/urban art rausgesucht, wo ich 2015 in bergkamen meine fundzettel im fahrplanschaukasten einer bushaltestellenbahnhof neben der fahrertoilette ausstellen durfte und für eine livesendung zum WDR fernsehen nach düsseldorf eingeladen wurde. ein jahr später noch ein schulprojekt mit der europaschule im schaurig schönen castrop-rauxel. danach war klar: interessante geschichte. landschaft mit viel grün und industrieromantik, mit viel handgeschriebenem, auch in fremden sprachen und schriftzeichen: der RUHRasphalt hat POTTential!

und nun wieder nach DO? aber gerne! also im merzen den brandbeschleuniger vollgeladen und horch was kommt von draußen rein durch das regennasse sauerland über die A45, die mir über meine projektstipendien im künstlerdorf schöppingen und kloster gravenhorst wohl vertraut ist.

erst mal andocken im hafen bei meinen gastgebern claudia, kai und frankie vom  depot. als ich vor meinem wohnatelier in der adlerstraße stehe mache ich meinen ersten fund: ein packen aufgeweichter berufschulzeugnisse in einer mürben klarsichthülle

und ernte auf dem weg zum supermarkt noch einige preziosen wie diese bunte A5 kinderzeichnung, die 3x gefaltet vor dem missin‘ link lag…

 

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