Nachrichten aus der Mönchszelle
Veröffentlicht von am 22.06.2020 9:15 Schreibe einen Kommentar

„Das Wesen des Menschen bei der Aufnahme sichtbar zu machen, ist die höchste Kunst der Fotografie.“ -Friedrich Dürrenmatt-

Sauerland Drive-by heißt eine seiner Serien, oder auch einfach Altena. Dirk Vogel beschäftigt sich in seiner Fotografie weniger mit der Frage nach Heimat, als der Welt, die ihn umgibt, oder „die Menschlichkeit des Augenblicks“, wie er selbst sagt, und damit Robert Frank zitiert, eine der Persönlichkeiten, die seine Arbeit inspiriert und beeinflußt haben.

Die Bilder von Robert Frank beschäftigen Vogel seit er 15 Jahre alt ist. Und seitdem ist er unterwegs, fotografiert die Welt, aus Südwestfalen heraus und auch darin wieder zurück. Immer mit einem Auge hinter der Linse. Dieses Motiv als Selfie ist sein Markenzeichen.

Mit 13 Jahren nahm Vogel durch Zufall die Kamera eines Freundes in die Hand und erkannte, dass die Welt durch die Linse plötzlich ganz anders aussah. Das war die Entdeckung des eigenen, autonomen Blicks. Dabei hat er niemals ein Hobby zum Beruf gemacht, denn es war immer eine Berufung für ihn, sich das eigene und in dieser Form, authentische Bild seiner Wirklichkeit zu machen. Die Einsamkeit ist und bleibt ein Grundthema für Dirk Vogel. Diese setzt sich auch in seinen Bildern fort, ob Altena, Sauerland oder Berlin, eine Stimmung des Verlassenseins steckt konstant in seiner Produktion und damit auch eine Suche nach der Grundfrage der Menschheit, unsere flüchtige Passage in dieser Welt.

 

Dirk Vogel ist hartnäckig in seiner Arbeit, er bearbeitet Themen über lange Zeit hinweg, Altena schon seit 2012 und er fotografiert analog. Die Dunkelkammer ist für ihn eine Mönchszelle, in der er sich die Fragen des Lebens und der Welt stellt. Die Antworten findet der Betrachter in seinen Bildern .

 

Vogels wichtigsten Arbeiten sind u.A. die Portraitsammlung jüdischen Lebens in Deutschland, der Bildband „Augenblicke – Portraits von Juden in Deutschland“ erschienen im Mosse Verlag, 2003 Berlin und der Bildband „Gesichter der Friedlichen Revolution“ 2011.

Der Alltag ist sein fotografisches Thema, er unterscheidet Foto von Bild. Das Letztere gibt Form und Inhalt wieder, öffnet eine eigene Welt. Und diese Welt ist Vogel konstant bemüht durch seine Linse zu fassen, sei es, in der Hauptstadt oder in der Provinz des Sauerlands, sein präziser Blick ist immer dabei. Denn schließlich, so sagt er, macht es keinen Unterschied, ob der Fotograf wie Michael Lange einen LA drive by in seinen Bildern festhält, oder einen Sauerland drive by, wichtig ist das Bild, das dabei entsteht, der Blick aus der Mönchszelle heraus.

Online Portofolio von Dirk Vogel.

  Dirk Vogel im südwestfälischen Sauerland

Alle Bilder in diesem Beitrag sind von Dirk Vogel.

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