Wolkendalmatiner
Veröffentlicht von am 13.08.2017 14:15 Schreibe einen Kommentar

Zugfahren seit neun Jahren, fast täglich und lange, lässt mich nicht jammern. Es gibt genügend Zugtexte, ich habe leider jetzt endlich auch einen verfasst. Persönlich bin ich kein großer Regionalbahnfreund, hier sollte man das sein bzw. Busfahrfan. Ab und zu grolle ich dann kurz doch mal im Zuge des Regionalbahnfahrens. Deshalb bitte das Gedicht zu Ende lesen.

 

 

Regio in die Unwegbarkeit der Ländlichkeit

Wie Raupen schieben sich Mähdreschrer voran
durch eine Welt von
goldgekühlter Innovation einer Ähre
außenherum benimmt sich die Ansicht gut benebelt
von verschmierten Regionalbahnfenstern und Wetterwandelungen
verschliert etwas im Dazwischensein.

Man selbst kann kaum noch atmen
kommt manchmal nur zum Warten
oder Bestaunen eines Menschens,
der in solcher Dickköpfigkeit der Luft,
vermag die Ruhe zu behalten und zu schlafen.
Ich selbst raste schlichtweg aus,
wenn Luft steht, wenn nichts passiert,
wenn ich nicht
eine einzige Quelle der Preisgebung
an ein größeres Etwas habe,
weg von den Menschen,
die denken, sie wären Eltern in Regionalbahnen,
denen ich niemals
auch nur einen Hamster anvertrauen würde;
weg von Zyklopen, die nur einsichtig denken.

Diese Beschränktheit des Abteils,
eines Zuges, oder eigentlich der Menschheit,
macht mich taub,
so dass ich gerne zerwürfeln würde,
nur um weniger Ozon oder Aura
oder wirklich benötigte Güter zu verbrauchen;

JA ich bin ein Gandhi-Typ,
aber NEIN!, ich habe manchmal auch Einwände.

Dann pocht ein gutes Stück Wirklichkeit in meine Blutbahnen,
man kann nicht erahnen,
ob nicht genau diese Menschen einmal
vielleicht Grundpfeiler verrenken,
revoltieren im Denken,
vielleicht Weltbahnen neu lenken?

Zumindest verändern sie meine Ansicht zur Wirklichkeit,
denn die Idee einer besseren Welt
ist besser als Groll auf hilflose Menschen in Regionalzügen,
da mag man sich nicht einreihen.
Voreilige Vorurteile fällen,
ist sehr einfach,
nachhaltige Schlüsse ziehen,
etwas kompositionieren,
eine Welt in der es keine Zughasstexte gibt,
ja das ist Neuland für uns alle,
da muss man sich erst herantasten.

Außerhalb der Scheiben
steht die Welt still
in grüngesottenem Baumdekor
und den Kornkraftwerken der Felder.

Ab und an würde man
gerne eine Notbremse ziehen.
Die Vorstellung eines gesamten Zuginsassentums,
das einfach auf die Felder stürmt und Wolkendalmatiner ansieht,
lässt mein Herz laut pochen.

 

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